Progesteron – alles über das Gelbkörperhormon

In diesem Artikel erfährst du alles über unser Gelbkörperhormon Progesteron, welche Symptome bei einem Mangel wahrscheinlich sind und was du gegen einen Progesteronmangel unternehmen kannst.

Inhaltsverzeichnis
Hormonsyntheseweg
Progesteron
Symptome eines Progestronmangels
Ursachen eine Progesteronmangels
Tipps bei Progesteronmangel
Progesteron testen

Fangen wir zum besseren Verständnis ganz am Anfang an.

Der Hormonsyntheseweg

Die Ausgangssubstanz für Steroidhormone ist Cholesterin. Aus Cholesterin entsteht das Vorstufenhormon Pregnenolon, welches primär in der Nebennierenrinde und auch in kleinen Mengen im Gehirn, in Leber & Haut, Hoden & Eierstöcken sowie der Netzhaut des Auges gebildet wird.

Pregnenolon ist das MUTTERHORMON der Steroidhormone. Aus ihm werden über einen komplexen Syntheseweg Cortisol, Progesteron, Testosteron und Östradiol hergestellt.

Bei Stress wird aus dem Mutterhormon Pregnenolon primär Cortisol produziert, da dies für den Körper überlebenswichtig ist. Das geht dann u. a. auch auf die Kosten der Progesteron-Produktion.

Stress kann also auch für einen Progesteronmangel verantwortlich sein, der z. B. Symptome wie Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Wassereinlagerungen, Ängste, Reizbarkeit und Nervosität verursacht.

Unser Hormonsystem ist sehr komplex. Die hier aufgeführten Vorgänge sind stark vereinfacht dargestellt.

Wenn ich in stressigen Phasen nicht gut acht auf mich gebe, merke ich sehr schnell, wie meine Hormone aus dem Gleichgewicht geraten. Ich habe dann insbesondere in der 2. Zyklusphase Stimmungsschwankungen, schlafe nicht so gut und neige dann auch eher zu Regelschmerzen. Vielleicht kommt dir das auch bekannt vor.

Progesteron

Progesteron wird vor allem nach dem Eisprung aus dem Gelbkörper gebildet und ist DAS Hormon der 2. Zyklusphase.

Findet kein Eisprung statt, ist kein Gelbkörper vorhanden und folglich auch kein Progesteron.

Was macht Progesteron im Körper?

Die Aufgaben von Progesteron im Körper sind vielfältig. Progesteron ist sowohl Teamplayer als auch Gegenspieler vom Östrogen. Es sorgt dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut, die Östrogen aufbaut, nicht zu dick wird und macht die Gebärmutter für die potenzielle Einnistung einer Eizelle gemütlicher.

Progesteron wird auch als Schwangerschaftshormon bezeichnet und sorgt dafür das sich die Gebärmutterschleimhaut bei erfolgreicher Einnistung einer befruchteten Eizelle nicht ablöst.

Progesteron erhöht die Körpertemperatur und wirkt entwässernd. Östrogen hingegen fördert Wassereinlagerungen.

Außerdem sorgt Progesteron für gute Laune und einen gesunden Schlaf, aktiviert den Stoffwechsel und hält den Insulinspiegel konstant. Zusätzlich unterstützt Progesteron die Wirkung der Schilddrüsenhormone und bildet Kollagen.

Ein Mangel kann sich in vielerlei Hinsicht negativ auf den Köper auswirken und entsteht, wenn der Eisprung ausbleibt. Auch eine Östrogendominanz kann Symptome eines Progesteronmangels hervorrufen, obwohl eigentlich genug Progesteron da ist, insbesondere in der 2. Zyklusphase, wenn eigentlich Progesteron dominieren sollte.

Symptome eines Progesteronmangels

Mangelt es an Progesteron, können diverse Beschwerden auftreten, die den Symptomen einer Östrogendominanz ähneln.

Zu den Symptomen zählen:

Migräne, Schlafstörungen, Depressionen, Ängste, Reizbarkeit, Unruhe, Nervosität, Stimmungsschwankungen, Schilddrüsenfunktionsstörungen, Wassereinlagerungen, Schmierblutungen, Zwischenblutungen, Fehlgeburten und Schwierigkeiten, schwanger zu werden. Weitere Symptome können PMS und PCOS sein.

Kommen dir die oben genannten Symptome bekannt vor? Ich merke hormonelles Ungleichgewicht immer sofort an meiner Schlafqualität und einer gewissen Unruhe, die sich insbesondere dann einstellt, wenn ich nachts wach liege.

Ursachen eines Progesteronmangels

Progesteron, unser wichtigstes Gestagen, hat diverse Aufgaben im Körper und ein Progesteronmangel kann uns ganz schön zu schaffen machen und sich über viele Symptome zum Ausdruck bringen.

Schuld an einem Progesteronmangel können sein:

Fehlender Eisprung

Progesteron wird in den fruchtbaren Jahren nur ausreichend produziert, wenn ein Eisprung stattfindet. Ohne Eisprung entsteht kein Gelbkörper, von dem normalerweise in der 2. Zyklushälfte Progesteron hergestellt wird.

Fehlende Eisprünge sind mit zunehmendem Alter bei den meisten Frauen normal. Auch nach dem Absetzen der Pille, dauert es in der Regel einige Zeit, ehe ein Follikel „Eisprung-reif“ herangewachsen ist.

Beginn der Wechseljahre

Wie im vorher genannten Punkt schon angedeutet, erfahren die meisten Frauen ab ca. 40 Jahren immer häufiger Zyklen ohne Eisprung. Man spricht dann von sogenannten anovulatorischen Zyklen.

Jede Frau wurde zu Beginn ihres Lebens mit einer bestimmten Eizellreserve „ausgestattet“. Geht diese Reserve zu Ende, reifen keine befruchtungsfähigen Eizellen mehr heran und der Progesteronspiegel sinkt. Das kann zu den bekannten Wechseljahresbeschwerden führen.

Stress

Wie du zu Beginn des Artikels schon erfahren konntest, haben Steroidhormone eine Ausgangssubstanz: Cholesterin. Daraus entsteht das Vorstufenhormon Pregnenolon. Aus ihm werden über einen komplexen Syntheseweg Cortisol, Progesteron, Testosteron und Östrogen hergestellt.

Bei Stress wird aus Pregnenolon primär Cortisol produziert, da dies für den Körper überlebenswichtig ist. Das geht u. a. auch auf Kosten der Progesteron-Produktion.

Relevanter Artikel: Nebennierenschwäche – grundlos müde & erschöpft

Ob du ein besorgniserregend hohes Stresslevel hast, kannst du mit meinem Stresstest für 0,- herausfinden.

Östrogendominanz

Eine absolute Östrogendominanz kann Symptome eines Progesteronmangels hervorrufen, obwohl eigentlich genug Progesteron da ist.

Progesteron kann in der zweiten Zyklushälfte nicht richtig wirken, wenn Östrogen dominiert und das fein aufeinander abgestimmte Verhältnis nicht mehr stimmt.

Schilddrüsenunterfunktion

Unsere weiblichen Geschlechtshormone beeinflussen die Schilddrüse und die Schilddrüse beeinflusst unsere weiblichen Hormone.

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann die Hormonproduktion in den Eierstöcken behindern oder erschweren und so unbehandelt auch zu einem Progesteronmangel führen.

Weitere Ursachen

Auch Funktionsstörungen der Nieren und der Bauchspeicheldrüse können ursächlich für einen Progesteronmangel infrage kommen.

Darmerkrankungen oder eine aus dem Gleichgewicht geratene Darmflora können ebenfalls für einen Progesteronmangel oder hormonelle Schwankungen verantwortlich sein, denn Milchsäurebakterien sind u. a. dafür verantwortlich, wie viele freie Geschechtshormone dem Körper zur Verfügung stehen.

6 Tipps bei Progesteronmangel

Bevor wir loslegen, möchte ich einen wichtigen Punkt noch einmal vorwegschicken: starke oder neu auftretende Symptome solltest du immer ärztlich abklären.

Als ich zum Jahresanfang meinen Hormonstatus gecheckt habe, hatte ich einen leichten Progesteronmangel, was in meinem Alter durchaus mal vorkommen kann. Meine Frauenärzte wollte mir sofort Hormonpräparate verschreiben. Ich lehnte dankend ab.

Gerade leichte Mängel oder ein leichtes Ungleichgewicht lassen sich meiner Erfahrung nach meist gut durch Ankurbeln der körpereigenen Hormonproduktion in den Griff bekommen.

Hier kommen meine 6 Tipps, die helfen können, deinen Progesteronspiegel wieder ins Gleichgewicht zu bringen:

Stress reduzieren

Stress kann sich, wie schon beschrieben, negativ auf den Progesteronspiegel auswirken.

Stress ist vielseitig und kann diverse Ursachen haben. Es ist also zunächst einmal wichtig, die persönlichen Stressoren zu erkennen und sie dann Schritt für Schritt zu reduzieren oder sogar zu eliminieren. Ich weiß aus eigener Erfahrung und sehe es auch immer wieder in meinen Coachings, dass sich Stressreduktion positiv auf den Progesteronspiegel auswirkt.

Ausgewogen und gesund Essen

Diäten – in welcher Form auch immer – lösen sehr häufig Stress im weiblichen Körper aus, genauso wie eine Ernährung, die aus Fertigprodukten, Backwaren und Süßigkeiten besteht.

Eine ausgewogene, gesunde Ernährung – also eine gute Kombination aller Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Eiweiße & Fette) wirkt sich nicht nur positiv auf dein allgemeines Wohlbefinden und die Darmgesundheit aus, sondern auch auf dein Hormonsystem.

Ausreichende Zufuhr von Mikronährstoffen

Zu den Mikronährstoffen zählen Vitamine, Spurenelemente, Vitalstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Sie übernehmen bestimmte Aufgaben im Körper und die meisten von ihnen können nicht im Körper gespeichert werden. Eine regelmäßige Zufuhr ist also wichtig.

Gerade in belastungsintensiven Phasen hat der Körper einen größeren Bedarf an Nährstoffen. Bei Progesteronmangel fehlt es häufig an Magnesium, Zink, Vitamin C, E & D sowie B-Vitaminen und Selen.

Vor Substitution empfehle ich, Rücksprache mit dem Arzt oder Heilpraktiker zu halten.

Hilfe aus der Natur

Es gibt viele Kräuter, die uns bei der Hormon- und Zyklusregulation unterstützen können. Bei Progesteronmangel können helfen:

Frauenmantel – ich empfehle Frauenmantel als Tee oder Teemischung. Eine Einnahme erfolgt über einen längeren Zeitraum mit 2 – 3 Tassen täglich.

Es sollte auf hochwertiges, unbehandeltes Kraut geachtet werden.

Mönchspfeffer ist ein bekanntes und beliebtes natürliches Mittel zur Zyklusregulation, was inzwischen auch immer häufiger von Frauenärzten empfohlen wird.

Vor Einnahme empfiehlt es sich, noch einmal Rücksprache mit einer Expertin zu halten, da die Einnahme nicht für alle Frauen Sinn macht.

Auch ätherische Öle z. B. der Klassiker Lavendel, können insbesondere bei der Stressregulation und damit auch bei Progesteronmangel unterstützen.

Sportliche Aktivitäten gut dosieren

Ausdauersport und Krafttraining sind grundsätzlich gut für den Körper. Allerdings sollten wir mit intensivem Training vorsichtig sein.

Extreme Trainingseinheiten können sich negativ auf den Hormonhaushalt auswirken. PMS, Periodenschmerzen, ein niedriger Progesteronspiegel oder das Ausbleiben der Periode können die Folge sein.

Mir hilft es sehr, wenn ich meinem Zyklus angepasst trainiere und es vor und während der Menstruation eher ruhiger angehen lasse.

Hast du schon Erfahrungen mit diesen Tipps sammeln können? Hast du vielleicht auch weitere Tipps für uns, die dir persönlich helfen oder geholfen haben?

Schreib mir deine Antwort gerne in die Kommentare. Ich freue mich immer, mit dir im Austausch zu sein.

Hormonyoga

Regelmäßig geübt sorgt Hormonyoga für einen Östrogen-Anstieg. Wir brauchen Östrogen, insbesondere Östradiol, für den Eisprung. Durch einen hohen Östradiolspiegel kurz vor dem Eisprung, steigt ebenfalls das luteinisierende Hormon (LH) an, was schließlich den Eisprung auslöst.

Progesteron testen

Wenn die Symptome auf einen Progesteronmangel hindeuten, kannst du deinen Progesteronspiegel über eine Blutabnahme, besser noch über einen Speicheltest messen lassen.

Wichtig ist, dass du dies zum richtigen Zeitpunkt innerhalb deines Zyklus machst! Progesteron wird in den Eierstöcken in der Zeit nach dem Eisprung produziert, in der sogenannten Lutealphase.

Getestet werden sollte Progesteron, wenn es naturgemäß am höchsten ist. Das trifft ungefähr auf die Mitte der Lutealphase zu, also 5 – 7 Tage nach dem Eisprung. Dafür musst du natürlich wissen, wann du deinen Eisprung hast.

Wenn du ansonsten eine regelmäßige Periode hast, nimmst du das Datum, an dem deine nächste Periode kommen sollte, und rechnest 7 Tage zurück.

Beispiele: 
25-Tage-Zyklus: Teste Progesteron am 18. Zyklustag.
28-Tage-Zyklus: Teste Progesteron am 21. Zyklustag.
35-Tage-Zyklus: Teste Progesteron am 28. Zyklustag.

Wenn deine Zyklen nicht regelmäßig sind, solltest du versuchen zu ermitteln, wann dein Eisprung ist. Das geht sehr gut über das morgendliche Messen der Basaltemperatur. Nach dem Eisprung klettert das Thermometer in der Regel um zwei Nachkommastellen nach oben und bleibt bis zur nächsten Periode hoch. Das macht unser Progesteron.

Solltest du keinen Eisprung und unregelmäßige Zyklen haben, ist es schwer möglich, den richtigen Zeitpunkt zu finden. Versuche dennoch, die 2. Zyklusphase für die Messung zu nehmen.

Wenn du keine Periode hast, kannst du den Progesteronspiegel an jedem beliebigen Tag messen.

Ich würde zeitgleich mit Progesteron in der Lutealphase auch Östradiol (Östrogen) bestimmen lassen, da sich so das Progesteron-Östradiol-Verhältnis ermitteln lässt und du auch direkt herausfinden kannst, ob du eine Östrogendominanz hast. Das Progesteron-Östradiol-Verhältnis sollte bei mindestens 100:1 liegen.

Hinweise und Referenzwerte, an denen du dich orientierten kannst, bekommst du mit den Ergebnissen vom jeweiligen Labor.

Wenn du deinen Progesteronspiegel oder deine Hormonspiegel testen lassen möchtest, empfehle ich Speicheltest. Über einen Speicheltest werden die freien Hormone bestimmt und du kannst ihn ganz bequem von zuhause aus machen.

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