Blasenentzündung – so kannst du dir helfen

Blasenentzündungen sind schmerzhaft, nervenaufreibend und belastend, besonders, wenn man ständig mit ihnen zu hat. In diesem Artikel erfährst du, wie du dich auf natürliche Weise unterstützen kannst und was du provisorisch tun kannst, um die nächsten Blasenentzündung zu vermeiden.

Chronische Blasenentzündung? Ich war selbst jahrelang Betroffen

Früher habe ich ständig unter Blasenentzündungen gelitten. Oftmals so heftig, dass ich an den Wochenenden in die Notaufnahme musste, weil ich so heftige Schmerzen und Blut im Urin hatte.
 
Wenn der Entzündungszustand dermaßen schlimm ist, kommt man um eine Antibiotikagabe natürlich nicht herum. Und diesen für mich sehr qualvollen Momenten hätte ich glaube ich eh alles eingenommen, um die Schmerzen und den unentwegten Harndrang zu mildern.
 
Allerdings war Antibiotika auch so immer sehr schnell von den Ärzten verschrieben, sobald ich nur leichte Symptome und einen positiven Urintest hatte.
 
Es gab verschiedene schulmedizinische Vermutungen für die wiederkehrenden Entzündungen, aber alle Tests und Untersuchungen fielen (zum Glück) negativ aus.
 

Alternative Methoden zur Behandlung

Durch dieses chronische Leiden bin ich dann mit 19 Jahren das erste Mal beim Heilpraktiker gelandet. Ich muss dazu sagen, dass meine Herkunftsfamilie alles andere als alternativ, esoterisch oder spirituell ist und mein Vorhaben, zu einem „Quacksalber“ zu gehen, keine Begeisterungsstürme ausgelöst hat. Aber allen war irgendwie auch klar, dass es so nicht weitergehen konnte.
 
Vom ersten Termin an war ich fasziniert von dieser neuen Welt, die sich mir da auftat. Und binnen kürzester Zeit waren regelmäßige Blasenentzündungen kein Thema mehr. Ich krempelte Leben und Lifestyle etwas um, stabilisierte mein Immunsystem und befolgte fortan ein paar wichtige Regeln, die ich auch hier mit dir teile. 

Antibiotika – das ist wichtig zu wissen

Ich weiß, dass ich mit meiner Geschichte kein Einzelfall bin. Blasenentzündungen gehören zu den häufigsten bakteriellen Infektionen und sind auch eine der Krankheiten, bei denen am meisten Antibiotika verschrieben wird.

Was – je nach Schweregrad der Entzündung – nicht immer schlecht ist und mir auch oft zuverlässig aus dem schlimmsten Schmerz geholfen hat.

Allerdings sollte man immer im Hinterkopf haben, dass Antibiotika nicht nur auf die Blasenschleimhaut wirkt, sondern auch auf die anderen Schleimhäute. Dies kann dann  zu Pilzinfektionen führen und (langfristige) Magen-Darm-Probleme verursachen (Dysbiose).

Antibiotika & Darmgesundheit

Eine Dysbiose (Ungleichgewicht der Darmflora) hat nicht nur negativen Einfluss auf unsere Verdauung, sondern auf den ganzen Körper. In der Darmschleimhaut sitzt ein großer Teil unseres Immunsystem. Im Darm wird entschieden, welche Stoffe im Körper bleiben und welche ausgeschieden werden. Im Darm werden auch Hormone verstoffwechselt und produziert.

Eine fehlbesiedelte Darmschleimhaut – die nach einer Antibiotika-Einnahme häufig entsteht – begünstigt wiederum Blasenentzündungen, da die schlechten Bakterien Oberhand haben und sich bei uns Frauen einfach sehr schnell Zugang zu unserer Harnröhre verschaffen können.

Bleibt eine Dysbiose über einen längeren Zeitraum bestehen, kommt es zur Veränderung der Darmschleimhaut. Normalerweise ist die Darmschleimhaut nur für bestimmte Nährstoffe und Mikronährstoffe durchlässig.

Bei einem sogenannten Leaky Gut (löchriger Darm, der Folge einer Dybiose) lässt der Darm nicht nur Nährstoffe sondern auch Dinge in den Körper, die eigentlich ausgeschieden werden sollten. Dazu zählen zum Beispiel Giftstoffe.

Diese gelangen über die Blutbahn in andere Organe und ins Gewebe. Dadurch erlahmen nach und nach der Stoffwechsel und die Abwehrkräfte. Der Körper wird immer anfälliger. Er entwickelt Allergien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und es entstehen chronische Entzündungen. Letztere sind Ursache vieler chronischer Erkrankungen.

Pflanzliche Alternativen

Es gibt einige pflanzliche Präparate, die eine ähnliche Wirkung haben, wie Antibiotika, ohne dabei die Schleimhäute anzugreifen und ohne, dass die Keime Resistenzen entwickeln, was bei der antibiotischen Therapie ein weiteres großes Problem ist.

SOS-TIPPS: WAS TUN, WENN’S BRENNT

Es ist wichtig, schnell zu handeln, wenn sich erste Anzeichen einer Verkühlung oder Blasenentzündung zeigen. 

  • Intimbereich, Po, Nieren und Füße schön warm halten
  • viel trinken (Wasser, Kräutertees, Blasen- und Nierentee)
  • gezielt Heilkräuter einsetzen: sie entkrampfen die Blase, wirken antibakteriell und harntreibend. Dazu zählen zum Beispiel Goldrutenkraut, Bärentraubenblätter, Birkenblätter, Brennnessel und Wacholder. Teilweise kommen diese Kräuter auch in den Blasen- und Nierentees zum Einsatz
  • mit einer Wärmflasche auf dem Bauch auf’s Sofa – entkrampft und entspannt den Unterbauch
  • keinen Alkohol trinken! Alkohol ist ein Zellgift und trocknet die Schleimhäute aus, schwächt das Immunsystem und wird in Teilen direkt wieder ausgeschieden, was die Blase zusätzlich reizt

Wenn keine Besserung eintritt, helfen pflanzliche Kombipräparate inzwischen fast so zuverlässig, wie Antibiotika. Zum Beispiel Präparate aus Meerrettichwurzel und Kapuzinerkresse – die darin enthaltenen Senföle wirken zuverlässig gegen Bakterien und wirken schmerzstillend. Auch Präparate mit Bärentraubenblättern habe ich als sehr wirksam empfunden.

Wenn du zu Blasenentzündungen neigst, empfehle ich dir, immer ein Pflanzenpräparat deiner Wahl im Haus zu haben, so dass du direkt mit der Einnahme beginnen kannst, wenn du merkst, dass es mit viel Flüssigkeitszufuhr und Wärme dieses Mal nicht in den Griff zu kriegen ist.

HINWEIS: Sind die Beschwerden nach 3 – 5 Tage nicht abgeklungen, bitte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Wenn Blut im Urin ist, solltest du sofort zum Arzt gehen. Auch bei etwaigen Unverträglichkeiten pflanzlichen Präparaten gegenüber oder anderen Grunderkrankungen sprich erst mit deinem Arzt oder Heilpraktiker, bevor du dich für ein Pflanzenpräparat entscheidest. Dieser Artikel ersetzt keine fachkundige Beratung oder Diagnostik!

SO KANNST DU BLASENENTZÜNDUNGEN VORBEUGEN

Wenn du zu Blasenentzündungen neigst, ist es wichtig, im Alltag ein paar Regeln einzuhalten und so den Körper zu unterstützen und zu schützen.

1. Sorge für warme Füße

Kalte Füße schwächen das Immunsystem und damit steigern sie die Infektanfälligkeit. Wenn du zu kalten Füßen neigst, lege dir eine wärmende Sohle in die Schuhe oder ziehe dicke Socken oder, abhängig von der Jahreszeit, gefütterte Schuhe an. Was auch schön ist: wärmende Fußbäder z. B. mit Senfmehl (Senföle regen auch die Durchblutung an).

2. Sorge für einen warmen Intimbereich

Sorge für einen warmen Intimbereich, in dem du darauf achtest, dass deine Winterjacke über den Po geht (Oma hatte halt doch Recht). Ziehe lieber Hotpants statt Strings an. Letztere sind für die Intimhygiene übrigens auch eine Herausforderung. Aber dazu im nächsten Punkt mehr. Und natürlich ganz wichtig: nicht auf kaltem Untergrund sitzen. Bakterien schätzen Wärme und ziehen sich dann im wahrsten Sinne des Wortes in Öffnungen zurück, in denen es warm ist.

3. Intimhygiene

„String Tangas sind wie eine Rutsche für Bakterien“, sagte meine Dozentin an der Heilpraktikerschule mal. Das trifft es in der Tat ganz gut. Das schmale Schnürchen zwischen Vagina und Anus lässt die Bakterien von hinten nach vorne rutschen. Escherichia coli Bakterien (E. coli), die sich natürlicherweise im Darm und eventuell am Darmausgang befinden, bleiben gerade bei Bewegungen nicht an ihrer Stelle. Und sind sie erst einmal in den empfindlichen Intimbereich gelangt, ist ein Harnwegsinfekt vorprogrammiert.

Zum Waschen eignen sich am besten klares Wasser und die eigene Hand. Wenn dir das nicht genügt, solltest du eine spezielle Intimwaschlotion verwenden, die auf den sauren PH-Wert der Vagina abgestimmt ist. Denn unser saures Scheidenmilieu, welches primär aus Milchsäurebakterien besteht, ist ein wichtiger Aspekt unserer natürlichen Abwehr. Herkömmliche Seifen oder Duschgels greifen dieses saure Milieu an.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Reinigung des Afters auf dem stillen Örtchen. Niemals von hinten nach vorne wischen. Sowohl bei der Verwendung von Toilettenpapier als auch bei der Reinigung mit Wasser oder Waschlappen.

Und, auch wenn es unromantisch oder ungemütlich ist: nach dem Sex kurz Pinkeln gehen sorgt dafür, dass mögliche bakterielle Eindringlinge direkt wieder ausgespült werden.

4. Die richtige Unterwäsche

Die Unterwäsche sollte nicht aus Synthetik bestehen oder zumindest, der Teil im Schritt sollte aus Baumwolle gefertigt sein.

Hier ist die Luftdurchlässigkeit bzw. das Angeben der Feuchtigkeit nach außen besonders wichtig, um zu vermeiden, dass sich Feuchtigkeit staut. Feuchtigkeit bietet nämlich einen perfekten Nährboden für Pilze und Bakterien.

5. Trinke ausreichend

Auch wenn gerade alles Chico ist, für eine empfindliche Blase ist eine gewisse Trinkmenge Pflicht. Kleine Harnmengen und das dadurch bedingte seltene Wasserlassen fördern die Bakterienansiedlung an den Zellen in Blase und Harnröhre. 

6. Gesunde Darmschleimhaut

Eine Antibiotika-Gabe lässt sich nicht immer umgehen. Solltest du Antibiotika einnehmen müssen, empfehle ich immer, im Anschluss ein Probiotikum einzunehmen, um die Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Es gibt viele gute Probiotika – sowohl in Apotheken als auch im Internet. 

Wenn du wie ich sehr häufig Antibiotika eingenommen hast oder unter Magen-Darmproblemen leidest, reichen Probiotika nicht immer aus. 

Was bei einer Schieflage in der Darmflora in unserem Körper alles ins Ungleichgewicht kommen kann, haben wir ja schon ausführlich besprochen. Eine Dysbiose bzw. Magen-Darm-Probleme sollten unbedingt Beachtung finden!

Was in deinem Darm konkret los ist und wie es um die Gesundheit deiner Darmflora bestellt ist,  kannst du über eine Stuhlprobe herausfinden.

Am besten suchst du dir dafür eine/n Heilpraktiker/in deines Vertrauens, mit der/dem du dann auch – sofern nötig – die entsprechenden Maßnahmen zum Aufbau und zur Gesundung deiner Darmflora einleiten kannst.

Photocredit: unsplash

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